Die Wildbienen_Minis
Kindertagespflege in Blankenfelde
Betreuung für Kinder von 12 – 36 Monate in der Zeit von Montag bis Freitag nach Vereinbarung
Inhaltsverzeichnis:
1. Vorstellung der Wildbienen
2. Mein pädagogisches Konzept
a) Bild vom Kind
b) Mein Betreuungsangebot
c)
Beispielhafter Tagesablauf
3. Grenzsteine der Entwicklung
4. Grundsätze elementarer Bildung
a) Körper, Bewegung und Gesundheit
b) Sprache, Kommunikation und Schriftkultur
c) Musik
d) Darstellen und Gestalten
e) Mathematik und Naturwissenschaft
f) Soziales Leben
5. Sauberkeitserziehung & Körperhygiene
6. Eingewöhnungsphase
7. Zusammenarbeit mit den Eltern
8. Abschied
9. Kooperationen
1. Vorstellung der Wildbienen
Mein Name ist Sabine Glaser und ich bin 39 Jahre alt. Ich habe eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten absolviert und mich zur Bilanzbuchhalterin weitergebildet. Ich war in den letzten Jahren als Bilanzbuchhalterin in international agierenden Unternehmen im In- und Ausland tätig. So habe ich zum Beispiel ein Jahr in London und 1,5 Jahre in Dublin gelebt und gearbeitet.
Meine Englischkenntnisse sind entsprechend gut. Nach meiner Ausbildung habe ich zudem ein Jahr als Au-Pair in Spanien als ‚große Schwester‘ in einer spanischen Familie gelebt. Ich habe noch heute Kontakt zu dieser Familie und zu meinem heute 24 jährigen ‚Pflegekind‘.
In meiner Familie und meinem Freundeskreis bin ich ständig in Kontakt mit Kindern und unternehme viel mit ihnen. Schon immer habe ich mich für Pädagogik interessiert und nun die Initiative ergriffen und eine Qualifizierung zur Tagespflegeperson bei ‚Familien für Kinder‘ absolviert. Nun kann ich mich dem Beruf widmen der mir am Herzen liegt: nämlich Kinder bei ihrer Entwicklung in ein glückliches Leben zu unterstützen.
Meine Interessensschwerpunkte liegen in der Naturpädagogik und der Pädagogik nach Maria Montessori und Emmi Pikler. Ab Oktober 2010 werde ich an der Weiterbildung „Waldpädagogik im Kindergarten“ der Naturschule Freiburg teilnehmen. Selbstverständlich werde ich mich auch regelmäßig zu anderen Themen weiterbilden, um die Qualität meiner pädagogischen Arbeit sicherzustellen. Hierzu gehören auch der regelmäßige fachliche Austausch mit anderen Tagesmüttern, die Mitgliedschaft im Verein zur Förderung der Kindertagespflege"Happy Kids e.V., sowie die Teilnahme an Kursen zur Ersten Hilfe am Kind.
Ich besitze seit 1. Oktober 2010 die Pflegeerlaubnis des Landkreis Teltow Fläming und das Bundeszertifikat für Kindertagespflege. Seitdem bin ich als Tagesmutti tätig und biete bis zu fünf Kindern im Alter von 1 – 3 Jahren eine qualifizierte Tagesbetreuung in der Zeit von 6:00 Uhr morgens bis 16:00 Uhr am Nachmittag in meinem Zuhause.
Dafür stehen den Kindern ein Spielzimmer, ein Schlafzimmer und mein Garten zur Verfügung.
In meinem Reihenendhaus in Blankenfelde
gibt es viel Platz und Möglichkeiten zum Spielen und Toben. Die Kinder haben ein Spielzimmer, einen Schlaf- und Ruheraum und den Garten zum Toben. Für die ruhigen Phasen der Kinder
gibt es eine Kuschelecke im Spielzimmer. Sie soll den Kindern während des Tages die Möglichkeit zum Kuscheln, Ausruhen und Entspannen geben.
Die Kinder verbringen den Tag in einer familienähnlichen Atmosphäre mit einer festen Bezugsperson.
Die überschaubare Gruppengröße von maximal fünf Kindern im Alter zwischen 12 Monaten und 3 Jahren ermöglicht individuelle Förderung genauso wie die Stärkung des Sozialverhaltens der Kinder im gemeinsamen Spiel.
Die Beziehung zwischen Eltern, Kind und Tagesmutter wird in
familiärer Umgebung gestaltet, um den Kindern den ersten Einstieg in eine fremde Betreuungssituation und auch den Umgang mit anderen Kindern zu erleichtern.
Im Garten stehen ein Sandkasten, eine Wippe und eine Kindersitzecke zur Verfügung.
Bei schönen Wetter essen wir auch draußen.
Im Bad finden die Kinder alles Notwendige zur Körperhygiene. Sie haben einen eigenen Waschtisch in kindgerechter Höhe, vielfältige Wasserspielmöglichkeiten sowie Materialien und Bücher zum Thema Hygiene.
Gerne stelle ich Eltern auf Wunsch zu verschiedenen Themen Bücher oder Fachartikel aus meiner ‚kleinen Bibliothek‘ zur Verfügung.
2. Mein pädagogisches Konzept
a) Das Bild vom Kind
Ab dem ersten Lebenstag nehmen Kinder Ihre Umwelt war und lernen. Jedes Baby ist durch Blicke, Gesten, Bewegungen und vorsprachliche Laute zu einem Dialog fähig. Auch ganz kleine Forscher wollen ihren Wissensdurst selbstständig stillen! Das Freispiel nimmt deshalb bei mir einen wichtigen Teil ein, um die Selbstbildungsprozesse zu fördern. Kinder wollen selbstständig lernen. Und das von Geburt an. Sie brauchen Lernprozesse, bei denen Erfahren, Entdecken und Erforschen am Anfang stehen. Lernprozesse, die Bewegung, Sinneswahrnehmung und Erkenntnis aus eigenem Tun heraus, verknüpfen.
Besonders in den ersten Lebensjahren
werden die Grundlagen für das ganze Leben geschaffen. Die emotionalen, sozialen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder sollen mit Verstand und Verständnis und viel Liebe und Wärme
altersgerecht gefördert werden.
Kinder begegnen uns mit der ihnen eigenen Persönlichkeit auf der Suche nach ihrer Identität.
Sie sind offen für alles, was auf sie zukommt. Sie sind neugierig, experimentierfreudig und lernbegierig.
Mir ist es daher sehr wichtig, diese Neugierde und ihre Wissbegierde zu erhalten und auf unterschiedlichste Art und Weise zu fördern, also den Rahmen durch entsprechendes Spielangebot und Aktivitäten zu geben.
Jedes Kind wird als eigenständige Persönlichkeit respektiert, welches seine Gefühle im Alltag ausdrückt, Konflikte auch selbst zu lösen versucht und andere wichtige soziale Erfahrungen mit Kindern macht.
Ich arbeite nach dem Situationsbezogenen Ansatz. Ziel des Situationsbezogenen Ansatzes ist es, dem Kind bei der Bewältigung seiner gegenwärtigen Interessen und Lebenssituation zu unterstützen.
b) Mein Betreuungsangebot
Mein Betreuungsangebot umfasst vor allem den Aufenthalt in der Natur. Der Wald unterstützt die Gesundheit der Kinder und fördert sie ganzheitlich in ihrem Bewegungsablauf, in ihrer Fantasie und ihrer geistigen Entwicklung. Die Aufenthalte im Freien sind ein wichtiger Teil unseres Alltags in der Tagesgruppe. Den Kindern soll ermöglicht werden, herumzutollen und sinn-hafte Erfahrungen im Freien zu machen. Dazu gehört auch, sich einmal richtig schmutzig machen zu dürfen!
Gerade in der Natur können die Kinder sich mit allen Sinnen in allen Bildungselementen bewegen.
Wir machen Bewegungsspiele, musizieren und tanzen oder gehen unseren Bauprojekten nach. An dem Kindertisch im Wohnzimmer wird viel gemalt und gebastelt. Es gibt eine Bücher-Ecke, eine Spielkiste und eine Auswahl an unterschiedlichen Musikinstrumenten.
Außerdem baue ich ab und zu bereits mit Hilfe von Handpuppen kurze Englisch- und Spanisch-Einheiten ein, in denen wir englische und spanische Lieder singen oder Reime sprechen. Es geht um die Erkenntnis, dass es auch andere Sprachen mit einer anderen Sprachmelodie gibt und den Spass am Klang des Fremden. Der Anspruch kann aufgrund des Alters noch nicht das Erlernen einer Fremdsprache sein, sondern vielmehr die Vorbereitung auf das Erlernen von Sprachen und die Bildung der notwendigen Synapsen.
Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder genügend Zeit haben ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu verarbeiten und zwischendurch zu entspannen. Dafür stehen verschiedene Kuschelecken zur Verfügung. Auch eine kleine Ecke zum Alleinsein steht zur Verfügung. Ja, auch Kinder möchten sich zwischendurch mal zurück ziehen um dann wieder mit neuem Schwung die Welt zu erkunden.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen, machen die Kinder eine Mittagsruhe, um wieder neue Energie tanken. Die Kinder müssen nicht schlafen, es genügt auch, wenn sie sich ausruhen. Die Wickelzeiten werden dem individuellen Rhythmus des Kleinkindes angepasst.
Kinder lernen durch die täglichen Routinen das richtige Maß an Körperpflege Sauberkeit (tägliches Zähneputzen, Gesicht und Hände waschen, etc.).
In der Tagespflege erleben die Kinder alltägliche Situationen, mit Aufgaben, die sie selbst bewältigen lernen und so zur Selbständigkeit erzogen werden. In den Räumen können sich die Kinder sicher bewegen und sie lernen den Umgang mit Gefahren. Die Gesundheit der Kinder zu fördern und ihnen eine gesundheitsbewusste Lebensweise nahe zu bringen, sind für mich wichtige Aufgaben.
|
c) Beispielhafter Tagesablauf
ab 6:00 Uhr: Die Kinder kommen langsam an, wer mag kann sich noch einmal in der Kuschelecke einkuscheln oder sucht sich etwas zum Spielen oder Malen. Ich lese eine Geschichte vor, wir schauen ein Bilderbuch an oder ich mache Fingerspiele mit den Kindern
8:00 Uhr: Wir frühstücken
gemeinsam. 9:00 Uhr: Wir setzen uns zum Morgenkreis zusammen und reimen, singen und tanzen,
Ab 9:30 ziehen wir uns dem Wetter
entsprechend an und es geht ab auf unsere tägliche Entdeckungsreise in die Natur. Es geht auf die Wiese, in den Wald oder wir auf den Spielplatz. Wir gehen buddeln, schaukeln,
rutschen, klettern, wippen, balancieren, beobachten und ganz viel mehr.
12:00 Es gibt Mittagessen. Danach putzen wir die Zähne und legen uns zum Schlafen oder auch nur zum Ausruhen hin. Wir singen gemeinsam ein Schlaflied und dann lese ich den Kindern noch eine kurze Geschichte vor.
14:30 Vesper – Nach der Mittagsruhe treffen wir uns zur "Obst- oder Gemüserunde", und spielen dann wieder frei, bis die Kinder abgeholt werden.
Es handelt sich hierbei natürlich um einen beispielhaften Tagesablauf und soll als Orientierung dienen. Der Ablauf richtet sich auch nach besonderen Bedürfnissen der Kinder ohne Druck und Hektik.
Außerdem gibt es regelmäßig:
- Musiktage: Wir singen und musizieren mit verschiedenen Instrumenten wie Xylophon, Triangel, Klanghölzer,
Rasseln, Trommeln oder auch Alltagsgegentänden wie Kochlöffel, Kochtöpfe mit Deckel und was sich noch so findet. - Projekttage: Wir haben dann ausreichend Zeit für größere Bastel- und Pflanzenprojekte, für Experimente oder
zum Kochen und Backen. - Turntage: Bei Bewegungsspielen, Krabbelparcours, Ballspielen, Kletterbergen u.v.m. können sich die Kinder ausprobieren.
Beim Wochenablauf geht es nicht darum, jedem Tag der Woche ein bestimmtes Thema zuzuordnen, das "abgearbeitet" werden muss. Vielmehr arbeite ich nach den Grundsätzen der elementaren Bildung. |
3. Grenzsteine der Entwicklung
In meiner Tagespflegestelle wird mit dem Frühwarnsystem „Grenzsteine der Entwicklung“ gearbeitet.
Es handelt sich dabei um ein validiertes (wissenschaftlich mit Zahlen fundiertes) Frühwarnsystem, das dem Erzieher bei der Früherkennung von Entwicklungsdefiziten helfen kann.
Die Ergebnisse werden nur mit den Eltern besprochen und sind streng vertraulich. Weitere Informationen über die „Grenzsteine der Entwicklung“ stelle ich Eltern auf Anfrage gerne zur Verfügung.
4. Grundsätze elementarer Bildung
Ziel ist es den Kindern die erforderlichen und angemessenen Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Grundsätze bestimmen hierfür sechs Bildungsbereiche. Diese Bildungsbereiche stellen keine im Erleben der Kinder abgrenzbaren Sachgebiete dar, vielmehr überschneiden sie sich schon in der Beschreibung und sind in vielen Bereichen Bestandteile des "normalen" Alltagsgeschehens der Kindertagespflege.
Sie geben dennoch unserer pädagogischen Planung einen Rahmen und helfen so, unsere Arbeit transparent zu machen.
In dem ich nach den „Grundsätzen elementarer Bildung“ arbeite, gebe ich den Kindern den Rahmen und unterstütze die natürliche Neugier des Kindes und fördere die Selbstbildungsprozesse der Kinder.
a) Körper, Bewegung und Gesundheit
Gesundheit wird durch gesunde Ernährung, viel Bewegung und Hygiene gefördert.
Ich räume den Kindern genug Zeit für freies Spiel ein, um den Bewegungsdrang zu unterstützen.
Ich gehe täglich das ganze Jahr hindurch mit den Kindern an die frische Luft. In den Wald, auf die Wiese, den Spielplatz oder den Garten. Das regt das Immunsystem an. Die Kinder können auf Baumstämmen balancieren und auf Baumstümpfe klettern und hinunter hüpfen, die Spielgeräte auf den Spielplätzen ausprobieren oder einfach nur rennen. Die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten fördert die motorische Entwicklung.
Im Garten regt der Barfußpfad die Körperwahrnehmung an.
Im Innenbereich können die Kinder einen Tunnel bauen, krabbeln, über kleine Hindernisse klettern
Zum Schlafbereich müssen sie täglich unter meiner Aufsicht die Treppe überwinden, die ansonsten aber gesichert ist.
Besonders achte ich auch auf gesunde, ausgewogene Ernährung. Zum Frühstück gibt es ein Angebot an Vollkornbroten, Joghurt oder Müsli. Das Mittagessen koche ich täglich selbst, in der Regel
vegetarisch vollwertig und abwechslungsreich. Aber auch Hühnchen, gemischtes Hackfleisch und Fisch werden gelegentlich verarbeitet. Es gibt täglich frisches Obst oder Gemüse, wenn möglich aus dem
eigenen Garten.
Ich beachte natürlich dabei den Entwicklungsstand der Kinder und Allergien gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln.
Die Kinder dürfen beim Tischdecken helfen, und wir beginnen
mit dem Essen gemeinsam nachdem wir einen Tischspruch aufgesagt haben. Das Essen ist ein gemeinsames Erlebnis.
Der Speiseplan wird für die Eltern immer Freitags für die jeweils nächste Woche am Infobrett ausgehangen.
Über den gesamten Tagesverlauf stehen den Kindern jederzeit verschiedene Getränke in Form von Mineralwasser, ungesüßtem Tee oder Fruchtschorlen ohne Zuckerzusatz zur Selbstbedienung zur
Verfügung. Ich biete den Kindern auch zwischendurch immer wieder Getränke an, damit das wichtige Trinken beim Spielen nicht vergessen wird.
Süßigkeiten werden grundsätzlich nicht angeboten. Zu besonderen Anlässen können auch mal Süßigkeiten angeboten werden, dies erfolgt aber nach individueller Absprache mit den Eltern und nur in
Maßen. Aus diesem Grund werden die Eltern gebeten ohne vorherige Absprache dem Kind keine Süßigkeiten mitzugeben.
b) Sprache, Kommunikation und Schriftkultur
Dieser Bildungsbereich ist besonders eng mit den anderen verknüpft, da das Sprechen mit den Kindern uns im gesamten Alltag begleitet.
Ich fördere die Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit durch Geschichtenerzählen und das Anschauen und das Kommentieren von Bilderbüchern.
Bereits im Morgenkreis wird erzählt, gereimt und gesungen. Und auch die Wiese und der Wald sind voller Wörter. Gegenstände und Personen werden aktiv benannt und Situationen beschrieben.
Ständiges Sprechen, Bücher anschauen und auch Musik hören fördert die Sprachentwicklung. Die Kinder werden von mir ermuntert selbst zu erzählen, Fragen zu stellen oder ich stelle Fragen, natürlich unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters.
Ab und zu bekommen wir Besuch aus fernen Ländern. Mit Hilfe von Mary und Pedro (zwei Handpuppen) machen wir erste Erfahrungen mit anderen Sprachen, denn Mary versteht nur Englisch und Pedro nur Spanisch. Wir hören englische und spanische Lieder und Reime. Dabei geht es nicht darum, dass die Kinder die anderen Sprachen aktiv lernen, sondern begreifen, dass es verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Sprachmelodien gibt. Dabei steht der Spaß an fremden Wörtern und Klängen im Vordergrund.
c) Musik
Wir singen täglich, klatschen, winken,
stampfen und tanzen. Einmal in der Woche haben wir aber auch einen Musiktag und benutzen verschiedene Instrumente. Mit denen können wir Geräusche nachahmen und auch mal so richtig Krach machen.
Mit Klanghölzern und Glockenspiel, aber auch Töpfen, Kochlöffel und Topfdeckeln musizieren
wir. Wir singen Kinderlieder und begleiten diese mit Rhythmusinstrumenten.
Die Kinder erleben Musik spielerisch, das sensibilisiert die Sinne, fördert die Feinmotorik, die Konzentration und das Gedächtnis und regt die Fantasie und Kreativität an.
d) Darstellen und Gestalten
Ich unterstütze die Kreativität der Kinder, indem ihnen Zeichenblätter, Buntstifte, Wachsmalstifte, Kreide und Knete zur Verfügung stehen.
Wir kleben und tuschen und klecksen mit Pinsel und Farbe, und machen Kunst mit Fingerfarbe.
Wir sammeln auf unseren Spaziergängen Naturmaterialien, die wir dann nach Wunsch der Kinder "verarbeiten".
Wir hinterlassen im Wald vergängliche Bilder die wir am nächsten Tag suchen und schauen, wie sie sich verändern.
Wir verkleiden uns oder spielen mit Hand- und Fingerpuppen kleine Geschichten. Wir spielen Tiere und Situationen nach.
e) Mathematik und Naturwissenschaften
Mathematik und Naturwissenschaften begleiten unseren Alltag. Ich versuche den Kindern ihre Umwelt durch Aufmerksam machen, Beobachten und Experimente begreifbar zu machen. Der Alltag steckt voller Mathematik und Physik.
Wir zählen beim Tischdecken die Gegenstände die wir brauchen um eine Mahlzeit einzunehmen.
An der Messlatte messen wir die
Körpergröße der Kinder. Die Kinder haben viel Freude, wenn sie sehen dass sie gewachsen sind.
An Geburtstagen ist das Aufzählen und Auspusten der Kerzen, das benennen des erreichten Alters und das aufteilen der Kuchenstückchen sehr aufregend.
Bausteine sind für kleine Baumeister eine Herausforderung. Es werden Türme gebaut, die auch mal umfallen.
Die vier Jahreszeiten bieten über das gesamte Jahr verteilt sehr gute Gelegenheiten, die Wunder der Natur zu bestaunen. Im Sommer das Erproben wie viel Wasser in den Buddeleimer passt, oder ob er vielleicht doch lieber mit Sand gefüllt werden soll. Im Planschbecken wird erprobt was schwimmt oder untergeht.
Die Becherlupe ist auf unseren Ausflügen
ins Grüne immer dabei.
Wir "begreifen" Luft durch Seifenblasen, Windmühlen und vielem mehr. Die Kinder lernen den Umgang mit Mengen durch das Herstellen eines Kuchenteigs, außerdem wird die Veränderung der Konsistenz durch
das Backen im Ofen beobachtet.
Der Garten wird als Lernort genutzt. Wir säen Kräuter und Gemüse aus und beobachten das Wachstum und pflegen die Pflanzen bis wir endlich ernten können. Die Kinder helfen bei der Zubereitung der Kostbarkeiten und genießen beim gemeinsamen Essen das frische, selbst angebaute Gemüse.
Jeder Tag ist mit neuen Lernerlebnissen
gefüllt und voller Wunder und macht den Kindern richtig Spass.
f) Soziales Lernen
Wir pflegen einen respektvollen auf Achtung des Gegenübers basierenden Umgang untereinander und zu Außenstehenden.
Ich treffe mich regelmäßig mit anderen Tagesmüttern und Ihren Kindern, so dass die Kinder auch lernen, sich in einer größeren Gruppe von Kindern zu bewegen. Auch treffen wir fremde Kinder auf den Spielplätzen, zu denen wir Kontakt aufnehmen.
Wir feiern Feiertage und Geburtstage und besuchen auch mal die Pfarrerin der Gemeinde, um etwas über kirchliche Bräuche zu erfahren.
Wir respektieren die Gefühle des Anderen. Jedes Kind ist ein Individuum mit eigener Persönlichkeit, daher achten wir die Schwächen und Stärken jedes Kindes.
Konfliktbewältigung steht immer auf der Tagesordnung, denn Kinder lernen im Umgang miteinander und im Umgang mit mir, ihre kleinen Probleme zu lösen.
Die Größeren kümmern sich auch gerne mal um die Kleineren, wenn es darum geht mal den Nuckel in den Mund zu stecken, das Fläschchen zu halten oder auch mal zu trösten.
5. Sauberkeitserziehung & Körperhygiene
Babies und Kleinkinder tragen eine Windel, da sich ihre Blase unwillkürlich entleert.
Erst ab einem Alter von 18 Monaten merken die Kinder, dass die Harnblase oder der Darm voll sind, aber erst ab einem Alter von zwei bis drei Jahren können sie lernen Harnblase und Darm zu kontrollieren. Darum bringt es nichts vor dieser Zeit mit dem Töpfchentraining zu beginnen.
Zusammen mit den Eltern beobachte ich das Kind sehr intensiv und wir beginnen in Absprache dem Kind ein Töpfchen anzubieten, wenn dies individuell für das Kind sinnvoll erscheint.
Die Begleitung der neuen Entwicklungsstufe sollte in häuslicher Umgebung und in der Tagespflege parallel laufen. Wir unterstützen die Kinder bei den Toilettengängen und stellen ihnen Toiletteneinsätze zur Verfügung.
Für die Zeit des Trockenwerdens stellen die Eltern mehrere Wechselsachen zur Verfügung, falls doch einmal etwas daneben geht.
Auch zu diesem Thema stelle ich Eltern für ein besseres Verständnis ihres Kindes gerne Bücher aus meiner ‚kleinen Bibliothek‘ zur Verfügung.
6. Eingewöhnungsphase
Die Eingewöhnungsphase ist ein besonders wichtiges Ereignis im Leben eines Kindes und prägt das gesamte Verhältnis von Tagesmutter zum Kind und zu den Eltern. Daher ist es mir sehr wichtig das dass
Kind langsam an die Betreuung herangeführt wird, um den Trennungsschmerz zu überwinden und die Trennung zu akzeptieren und zu verarbeiten.
Die ersten Tage spielen dabei eine entscheidende Rolle in dem die Eltern und das Kind die Tagespflegestelle kennen lernen. Ein vertrauter Gegenstand (Lieblingsteddy, kleines Fotoalbum mit Bildern der
Familienmitglieder) kann die Eingewöhnungszeit erleichtern.
Die Eingewöhnungszeit beträgt mindestens 6 Tage bis in der Regel 21 Tage. Aber auch sechs Wochen sind möglich, abhängig von der Persönlichkeit und den bisherigen Erfahrungen des Kindes. Die Eltern
müssen bis zu sechs Wochen einplanen. Erst während der Eingewöhnungsphase kann man erkennen, wie die Eingewöhnung verläuft. Nur so kann das Kind ohne Ängste in der neuen Situation Vertrauen fassen.
Kleine Kinder verkraften keine abrupte Trennung von den Eltern, auch wenn sie vielleicht nur stundenweise erfolgt. Ein idealer Übergang braucht vor allem Zeit, Zeit die sich auszahlt. Kinder, die sich nach einer gelungenen Eingewöhnung wohl fühlen, können
sich besser entwickeln und sind seltener krank.
Es ist erwiesen, das Kinder, die
schlecht eingewöhnt wurden in der Folge häufiger krank sind, als Kinder, denen genügend Zeit gegeben wurde, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und eine Bindung mit der Tagesmutti einzugehen. Bitte
geben Sie ihrem Kind die Zeit die es braucht. Auch Sie werden in der Zukunft davon profitieren, wenn sie das Vertrauensverhältnis zu ihrem Kind nicht unnötig belasten.
Um Eltern die Gelegenheit zu geben, sich mit dem sensiblen Thema Eingewöhnung sachlich auseinander zu setzen, gebe ich den Eltern vor Beginn der Eingewöhnung Fachliteratur und Fachartikel zum Lesen
mit, mit der Bitte sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und somit das nötige Verständnis für das Kind aufzubringen.
3 Tage Grundphase
Die ersten 3 Tage stellen dabei die Grundphase dar. Die Mutter oder der Vater kommen mit dem Kind jeweils für 1 - 2 Stunden zur Tagesmutti. Das Kind kann sich mit der Umgebung und den anderen
Kindern ohne Druck vertraut machen. Die Eltern haben dabei die Aufgabe ein “sicherer Hafen” für das Kind zu sein. Das Kind darf auf keinen Fall gedrängt werden, sich von ihnen zu entfernen und sie
müssen akzeptieren, wenn das Kind die Nähe der Eltern sucht und sie ihm gewähren. Das Kind sollte jederzeit das Gefühl haben, das die Aufmerksamkeit der Mutter/des Vaters vorhanden ist und das Kind
soll mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen.
4. Tag Trennungsversuch
Wenn die ersten Tage positiv verkaufen sind verabschiedet sich die Mutter/der Vater am vierten Tag vom Kind und verlässt den Raum, bleibt aber in der Tagespflegestelle.
Die Reaktionen des Kindes sind entscheidend für die Fortsetzung oder den Abbruch des Trennungsversuches.
Sollte sich das Kind bei diesem Trennungsversuch von mir trösten lassen, ist der Versuch geglückt. Falls sich das Kind nicht beruhigen lässt, bleibt die Mutter/der Vater wieder einige Tage beim Kind,
bevor ein erneuter Trennungsversuch gestartet wird.
Stabilisierungsphase
Am 5. und 6. Tag wir die Trennungszeit ausgedehnt.
Einige Minuten nach der Ankunft verabschieden sich die Eltern und verlassen den Raum, bleiben aber noch in der Einrichtung, damit sie bei Bedarf zurückgeholt werden können.
Schlussphase
Ab dem 7. Tag (ggf. auch später) verabschieden sich die Eltern und halten sich danach nicht mehr in der Einrichtung auf.
Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich das Kind von mir als Betreuungs- und neue
Bezugsperson trösten lässt
Bei Bedarf des Kindes wird die Eingewöhnungszeit individuell verlängert und angepasst. Dies erfolgt in Absprache mit den Eltern.
7. Zusammenarbeit mit den Eltern
Familie und Tagesmutter sind gemeinsam für das Wohl des Kindes verantwortlich und gehen eine Erziehungspartnerschaft ein. Als Tagesmutter werde ich eine offene und intensive Zusammenarbeit mit den Eltern als grundlegende Basis anstreben. Aus diesem Grund biete ich den Eltern ausführliche Informationen über den Tagesablauf und den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes an.
Die täglichen Gespräche zwischen Tür und Angel ermöglichen sowohl den Eltern als auch der Tagesmutter, individuelle und situationsbedingte Informationen auszutauschen.
Um eine optimale Betreuung des Kindes zu gewährleisten, ist es erforderlich, daß ich als Tagesmutter über Veränderungen in der Familie informiert werde. So kann ich Rückschlüsse auf Verhaltensauffälligkeiten des Kindes treffen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Hierfür können Einzelgespräche vereinbart werden, um in Ruhe und ungestört wichtige Ereignisse zu besprechen. Ich verstehe die Zusammenarbeit mit den Eltern als Erziehungspartnerschaft.
Ein Tagespflegekind muss sich in zwei unterschiedlichen Familien zurechtfinden. Dabei benötigt es Unterstützung.
Nur so kann das Kind ohne Ängste in der neuen Situation Vertrauen fassen. Um eine gute Zusammenarbeit aufzubauen, ist mir grundsätzliche Offenheit und das Einhalten verbindlicher Absprachen mit den Eltern des Tagespflegekindes wichtig. Mit einem guten Kontakt bieten wir Erwachsenen dem Kind eine gemeinsam abgestimmte Betreuung und Erziehung.
Erziehung ist nicht immer einfach und jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, was Kindern gut tut. Darum bitte ich Eltern auch, Kritik zu äußern, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind. Solange wir unsere Meinungen offen austauschen, kann das für das Kind nur von Nutzen sein.
Schweigepflicht in der Tagespflege ist eine wichtige Voraussetzung, damit gegenseitiges Verständnis und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen der Tagesmutter und den Eltern des Tageskindes aufgebaut werden können.
8. Abschied aus der Tagespflegestelle
Jeder Abschied fällt schwer!
Jedes Kind wird von mir in Zusammenarbeit mit den Eltern auf diesen Abschied vorbereitet, damit es sich auf seinen nächsten Lebensabschnitt als Kindergartenkind freut. Wenn es die Möglichkeit gibt, werden wir den Kindergarten zusammen mit der Gruppe besuchen.
9. Kooperationspartner
Ich beabsichtige mit einigen Kooperationspartnern zusammen zu arbeiten. Über den aktuellen Stand werde ich die Eltern auf dem Laufenden halten.
- Kooperation mit anderen Tagespflegepersonen
- Blankenfelder Kindergarten
- Seniorenheim/Behinderteneinrichtung
- Zahnarzt
Blankenfelde, 23.09.2010
© Sabine Glaser